All-Weather Portfolio: Vollständiger Leitfaden für europäische Anleger 2026
Kurz & Knapp
- ▸Ray Dalios All-Weather: 30% Aktien, 40% lange Anleihen, 15% mittlere Anleihen, 7,5% Gold, 7,5% Rohstoffe.
- ▸Für alle 4 Wirtschaftsjahreszeiten entwickelt — übersteht steigendes/fallendes Wachstum und Inflation mit geringeren Drawdowns.
- ▸Verlor 2022 ca. -11% bis -16% (vs. -18% bis -25% bei reinen Aktien) — nicht immun, aber widerstandsfähiger.
- ▸Europäische Umsetzung: IWDA/VWCE für Aktien, IEGA für Anleihen, IGLN für Gold, ICOM für Rohstoffe.
- ▸DonkyCapital verfolgt tatsächliche vs. Zielgewichte und berechnet automatisch Rebalancing-Trades.
Das All-Weather Portfolio ist eine der meistdiskutierten Anlagestrategien der letzten drei Jahrzehnte. Von Ray Dalio und Bridgewater Associates entwickelt, ist es darauf ausgelegt, in allen vier wirtschaftlichen Umgebungen angemessen zu performen — steigendes Wachstum, fallendes Wachstum, steigende Inflation und fallende Inflation. Die Idee ist elegant: Anstatt vorherzusagen, welches Wirtschaftsregime als nächstes kommt, hältst du Assets, die in jedem Regime gleichzeitig gut abschneiden, und lässt Diversifikation die Arbeit erledigen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie die All-Weather-Strategie funktioniert, die genaue Aufteilung, welche ETFs europäische Anleger in 2026 nutzen sollten, wie sie 2022 und 2023 abschnitt, und wie man sie mit DonkyCapital verfolgt und rebalanciert.
1. Was ist das All-Weather Portfolio?
Das All-Weather Portfolio ist eine Asset-Allocation-Strategie, die auf dem Prinzip basiert, dass es vier mögliche wirtschaftliche Umgebungen gibt, und jede begünstigt verschiedene Anlageklassen. Ray Dalios ursprüngliche Aufteilung ist: 30% Aktien, 40% langfristige Anleihen, 15% mittelfristige Anleihen, 7,5% Gold, 7,5% Rohstoffe. Die hohe Anleihengewichtung — 55% insgesamt — überrascht die meisten aktienorientierten Anleger. Sie ist beabsichtigt und basiert auf Risk-Parity-Logik: Aktien sind etwa 3-mal volatiler als Anleihen, daher braucht man für echte Risikobalance erheblich mehr Anleihenexposition nach Gewichtung. In der Praxis bedeutet das, dass das All-Weather auf gleiche Risikobeiträge aus jedem Wirtschaftsregime zielt, nicht gleiche Dollarallokation. Das Ergebnis ist ein Portfolio, das historisch etwa 60-70% der Aktienrenditen bei weniger als der Hälfte des maximalen Drawdowns geliefert hat. Für Anleger, die Kapitalerhalt und stabile, vorhersehbare Renditen gegenüber maximalem Wachstum priorisieren, ist dieser Trade-off der zentrale Reiz der Strategie.
2. Das 4-Jahreszeiten-Framework der Wirtschaft
Dalios Framework teilt den Wirtschaftszyklus in vier 'Jahreszeiten' basierend auf der Richtung von Wachstum und Inflation. Steigendes Wachstum ist gut für Aktien und Rohstoffe — Unternehmensgewinne wachsen und die Rohstoffnachfrage steigt. Fallendes Wachstum ist gut für Anleihen und Gold — Zentralbanken senken Zinsen (steigern Anleihekurse) und sichere Häfen ziehen Kapital an. Steigende Inflation ist gut für Gold, Rohstoffe und inflationsgebundene Anleihen — diese Assets erhalten ihren Realwert, wenn Kaufkraft erodiert. Fallende Inflation (oder Deflation) ist gut für Aktien und Nominalanleihen — niedrigere Zinsen steigern Bewertungen und feste Kuponzahlungen werden real wertvoller. Die All-Weather-Strategie hält gleichzeitig Assets aus allen vier Jahreszeiten. Wenn eine Jahreszeit underperformt — etwa schadet fallendes Wachstum Aktien — kompensieren Gold- und Anleihepositionen. Das ist die Kernerkenntnis: Diversifikation über wirtschaftliche Regime, nicht nur über Anlageklassen. Ein traditionelles 60/40-Portfolio wird immer noch vom Aktienrisiko dominiert; das All-Weather versucht, das Risiko genuinely über alle vier Wirtschaftsumgebungen zu balancieren.
3. All-Weather ETF-Liste für europäische Anleger 2026
Du kannst das All-Weather Portfolio komplett mit kostengünstigen Index-ETFs umsetzen, die auf europäischen Broker-Plattformen verfügbar sind. Für Aktien (30%): iShares Core MSCI World UCITS ETF (IWDA) oder Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWCE) für globale Aktienexposition. Für langfristige Anleihen (40%): iShares € Govt Bond 20yr Target Duration UCITS ETF oder ein globaler Langfrist-Staatsanleihen-ETF mit EUR-Absicherung. Für mittelfristige Anleihen (15%): iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF (IEGA) oder ein 7-10 Jahre EUR-Staatsanleihen-ETF. Für Gold (7,5%): iShares Physical Gold ETC (IGLN) oder Xetra-Gold — beide bieten physische Goldexposition über an europäischen Börsen gehandelte ETCs. Für Rohstoffe (7,5%): iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF oder Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF. Die Anleihenkomponente ist für europäische Anleger besonders wichtig: EUR-denominierte oder EUR-abgesicherte Anleihen-ETFs zu verwenden vermeidet Währungsrisiko beim größten Portfolioanteil. Das Währungsrisiko beim Aktienanteil kann entweder akzeptiert (historisch über lange Horizonte handhabbar) oder mit währungsabgesicherten ETF-Varianten abgesichert werden.
4. Das All-Weather Portfolio verfolgen und rebalancieren
Das All-Weather Portfolio erfordert periodisches Rebalancing, da Asset-Preise im Zeitverlauf auseinanderdriften. Wenn Aktien stark steigen, wächst dein Aktiengewicht von 30% auf 35-40% und reduziert deine Risikobalancierungseigenschaften. Wenn Gold stark steigt, überschreitet es sein Ziel von 7,5%. Die Balance wiederherzustellen bedeutet, übergewichtete Assets zu verkaufen und untergewichtete zu kaufen. Die meisten Praktiker rebalancieren jährlich oder wenn eine Anlageklasse mehr als 5 Prozentpunkte von ihrer Zielgewichtung abweicht — je nachdem, was zuerst eintritt. Ein praktischer Mittelweg für Steuereffizienz ist das Rebalancing durch neue Kapitaleinlagen: Monatliche Investitionen auf die am stärksten untergewichteten Anlageklassen zu lenken statt bestehende Positionen zu verkaufen. Das minimiert steuerpflichtige Ereignisse und hält das Portfolio nah am Ziel. In DonkyCapital legst du deine All-Weather-Ziel-Allokation einmal fest und das Dashboard verfolgt kontinuierlich deine tatsächlichen vs. Zielgewichte für jede Position. Das Capital-Management-Tool berechnet genau, welche Trades zu machen sind — ob durch neues Kapital oder direktes Rebalancing — und zeigt dir die genauen Beträge in deiner Währung.
5. All-Weather Performance in 2022, 2023 und 2024
Die Performance des All-Weather Portfolios in 2022 überraschte viele seiner Anhänger und verdient ein vollständiges Verständnis im Kontext. 2022 war ein außergewöhnliches Jahr: Sowohl Aktien als auch langlaufende Anleihen fielen gleichzeitig stark — eine Kombination, die in diesem Ausmaß seit Jahrzehnten nicht aufgetreten war. Der S&P 500 fiel um etwa -18%; 20+ Jahre US-Treasury-Anleihen um etwa -29%; Gold blieb ungefähr unverändert; Rohstoffe stiegen um +25%. Das Nettoergebnis für das All-Weather war ein Verlust von etwa -11% bis -16% je nach genauer Implementierung und Währung. Das war schmerzhaft, aber weit weniger schwerwiegend als der -18% bis -25% Rückgang eines reinen Aktienportfolios im gleichen Jahr. Die Lektion: Das All-Weather bietet echten Abwärtsschutz, ist aber nicht immun gegen gleichzeitig steigende Zinsen und fallendes Wachstum. In 2023 erholte sich das All-Weather moderat — Aktien erholten sich stark, aber Anleihen blieben unter Druck. In 2024 begannen sinkende Inflationserwartungen, die Balance der Strategie wiederherzustellen. Über einen vollständigen Zyklus hat das All-Weather historisch seinen beabsichtigten Zweck erfüllt: glattere Renditen mit materiell kleineren Drawdowns auf Kosten niedrigerer langfristiger Wachstumspotenzials gegenüber reinen Aktienportfolios. Backtests von 1970 bis 2023 zeigen annualisierte Renditen von etwa 7-8% mit maximalen Drawdowns, die selten 15-20% überschreiten.
Häufig gestellte Fragen
Hat das All-Weather Portfolio 2022 Geld verloren?
Ja. 2022 war historisch eines der schlechtesten Jahre für das All-Weather — etwa -11% bis -16% je nach Implementierung — weil sowohl Aktien als auch langlaufende Anleihen während des schnellen Zinserhöhungszyklus gleichzeitig fielen. Gold war grob unverändert und Rohstoffe stiegen und boten teilweise Kompensation. Die Verluste waren real, aber erheblich kleiner als bei einem 100%-Aktienportfolio, das im gleichen Jahr -18% bis -25% fiel.
Welche ETFs kann ich für die Rohstoffallokation in Europa nutzen?
Für europäische Anleger sind die Hauptoptionen iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (ICOM), Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF (CMOD) und L&G All Commodities UCITS ETF. Das sind breite Rohstoffindex-ETFs, die Energie, Metalle und Agrarrohstoffe abdecken. Prüfe die Verfügbarkeit auf deiner Broker-Plattform und vergleiche die TERs, die typischerweise zwischen 0,15% und 0,35% jährlich liegen.
Ist das All-Weather Portfolio für monatliches Investieren (DCA) geeignet?
Ja, und es funktioniert besonders gut für monatliche Anleger. Anstatt durch Verkäufe zu rebalancieren, lenkst du jeden monatlichen Beitrag auf die am stärksten untergewichtete Anlageklasse. Im Laufe der Zeit hält das das Portfolio nahe an den Zielgewichten, ohne steuerpflichtige Verkaufsereignisse auszulösen. DonkyCapitals Capital-Management-Tool berechnet genau, wie viel bei jeder monatlichen Einzahlung in jede Position zu investieren ist.
Ist das All-Weather Portfolio für langfristiges Wachstum geeignet?
Das All-Weather ist auf Stabilität und Konsistenz ausgelegt, nicht auf maximales Wachstum. Langfristige Anleger mit einem 20-30-Jahres-Horizont, die Aktienvolatilität tolerieren können, werden mit höherer Aktienallokation wahrscheinlich mehr Endvermögen aufbauen. Das All-Weather ist ideal für Anleger, die Kapitalerhalt, ruhige Fahrt und vorhersehbare Drawdowns priorisieren.
Wie oft sollte ich ein All-Weather Portfolio rebalancieren?
Die meisten Implementierungen rebalancieren jährlich oder wenn eine Anlageklasse mehr als 5 Prozentpunkte vom Ziel abweicht. Für Steuereffizienz: bevorzuge das Rebalancing durch neue Beiträge zu untergewichteten Positionen statt Verkauf übergewichteter. DonkyCapital zeigt deine aktuelle vs. Ziel-Drift in Echtzeit und berechnet optimale Rebalancing-Trades.
Funktioniert das All-Weather Portfolio außerhalb der USA?
Ja, aber die Anleihenkomponente braucht Anpassung für europäische Anleger. Statt US-Treasuries nutzen europäische Anleger typischerweise EUR-denominierte Staatsanleihen (deutsche Bunds, französische OATs oder breite Euroraum-Staatsanleihen-ETFs). Die Aktienkomponente kann ein globaler ETF wie MSCI World sein. Die 4-Jahreszeiten-Logik gilt global — es sind die spezifischen Instrumente, die lokalisiert werden sollten.
Wie schneidet das All-Weather Portfolio im Vergleich zu einem einfachen 60/40 ab?
Der Hauptunterschied des All-Weather ist größere Diversifikation über Wirtschaftsregime und ein niedrigeres Aktiengewicht (30% vs. 60%). In starken Bullenmärkten wird das 60/40 deutlich besser abschneiden. In Hochinflationsphasen bietet die Gold- und Rohstoffallokation des All-Weather Schutz, den ein Standard-60/40 nicht hat. Über einen vollständigen Wirtschaftszyklus produziert das All-Weather typischerweise glattere Renditen mit flacheren Drawdowns, aber eine niedrigere langfristige Wachstumsdecke.
Kann ich meine All-Weather Portfolio-Allokation in DonkyCapital verfolgen?
Ja. Lege deine Zielgewichtungen für jede ETF-Position (30%, 40%, 15%, 7,5%, 7,5%) in DonkyCapital fest und das Dashboard zeigt kontinuierlich tatsächliche vs. Zielgewichte. Du erhältst Echtzeit-Alerts, wenn eine Position deine Rebalancing-Schwelle überschreitet, und das Capital-Management-Tool berechnet genaue Trade-Beträge zur Wiederherstellung der Balance.
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